Jeder, der schon mal im Internet in diversen astrologischen Foren rumgestöbert hat, wird schnell merken, daß es zu einem Thema sehr unterschiedliche Meinungen gib, die auf unterschiedlichem Niveau ausgetragen werden. Das Ausmaß der Differenzen reicht von unterschiedlichen Zuordnungen trivialer Phänomene (z.B. Übergewicht) zu bestimmten Astro-Konstellationen bis hin zu tagelangen Gefechten über Angelegenheiten allerhöchster kosmologischer Relevanz. Im letzteren Fall werden sich die Teilnehmer leidenschaftlich mit ihren Argumenten gegenseitig so lange beharken, bis sie beide – von gewichtigen Argumenten und sonstiger Uranushaltiger Munition schwer getroffen – immer tiefer und tiefer in einem Sumpf abstrakter Definitionen versinken…
Der Rest der Teilnehmer betrachtet in sicherer Entfernung die letzten aufsteigenden Spruchblasen und trottet irgendwann zu einem anderen Forum.
(hier die Stopp-Taste drücken)
Was in der virtuellen Welt keine Konsequenzen hat, wäre im richtigen Leben strafbar: Unterlassene Hilfeleistung! Der Unterschied eines astrologischen Forums zu anderen Foren (Politik, Gesellschaft, Religion….) liegt doch gerade darin, daß die meisten Teilnehmer eine ungefähre Ahnung von dynamischen Aspektmustern und Transiten haben sollten.
Warum nicht einfach mal die Frage aufwerfen, ob einer der erhitzten Poster zufällig gerade einen „üblen“ Marstransit zu Merkur hat? Und wie sieht die der Verträglichkeit der Radixplaneten zwischen den Dialogpartnern aus? Das zu untersuchen könnte der ganzen Auseinandersetzung vielleicht zu einem konstruktiveren Ansatz verhelfen. Wenn die beiden Disputanten nach einigen Wochen (oder Monaten, falls Langläufer im Spiel sind) noch einmal ihre alten Beiträge lesen würden, würden sie vielleicht erkennen, was da in sie gefahren ist und könnten beim nächsten Astro-Workshop ihre Zuhörer mit einem ehrlich vorgetragenen Beispiel aus dem eigenen Leben überzeugen.
Gab es da irgendwo gradgenaue Quadrate oder Oppositionen zum eigen Radixmerkur, an denen äußere Planeten beteiligt sind? Lief zur Zeit des Disputs Mars, Uranus oder Pluto über einen der engsten Synastrieaspekte?
Also: Wenn es zu wild wird, einfach einen dezenten Hinweis einstreuen. Ein gut ausgebildeter astrologischer Rettungssanitäter würde das jedenfalls probieren – sofern die Geburtsdaten der Streitpartner zur Verfügung stehen. Mit etwas Glück und sachlichen Argumenten verwandelt sich das von Wortsalven zerpflügte Schlachtfeld allmählich in ein fruchtbaren Acker voller lebendiger astrologischer Weisheit.
Ein Füllhorn voller neuer Erkenntnisse und Einsichten – aus realitätsnahen Fallbeilspielen und zu 100% astrologisch abbaubar.
P.S.: Unbestätigten Gerüchten zufolge soll Jupiter vor wenigen Tagen in enger Umarmung zu Pluto beobachtet worden sein.